Im späteren Abschnitt der Jungsteinzeit, der Kupfer(stein)zeit, nutzen die Menschen Gegenstände aus Kupfer. Die frühesten Metallfunde in unserer Region stammen aus der Zeit um 4400 v. Chr. Zunächst werden fertige Stücke importiert – Nachweise für die Verarbeitung sind erst später bekannt. Die Gletschermumie „Ötzi“ trägt bereits ein lokal gefertigtes Beil aus Kupfer bei sich. Auch Gold wird für die Herstellung von Schmuck genutzt. Mehrere goldene Schmuckbleche aus dem Landkreis gehören zu den ältesten Edelmetallobjekten Bayerns.

Die Häuser sind nun kleiner, die Siedlungen dafür stärker strukturiert und teilweise befestigt. Werkzeuge aus Stein werden mit großem Aufwand hergestellt. Neue Erfindungen wie das Rad und der Pflug zusammen mit dem Einsatz tierischer Zugkraft revolutionieren die Landwirtschaft. Sie ermöglichen einen Bevölkerungszuwachs sowie die Besiedlung zuvor nicht nutzbarer Gebiete. Milchwirtschaft und die Zucht von Wollschafen nehmen ihren Anfang.

Das Metall und die damit verbundenen Technologien verstärken den Fernhandel. Immer großräumige Netzwerke entstehen. Ein sozialer Wandel beginnt: kleine Gruppen von Menschen, die den Zugang zu den Rohstoffen und das Wissen um die Herstellungstechniken kontrollieren, führen die Gesellschaft an. Diese neuen Eliten lassen sich mit Zeugnissen ihres Reichtums und Symbolen ihrer Macht im Grab bestatten.