Im christianisierten Europa entwickelt sich die katholische Kirche mit dem Papst zu einem wichtigen Machtfaktor. Sie liegt mit den weltlichen Herrschern im Streit um die Vormacht in Europa. Wie bedeutend der Glaube für die Menschen war, zeigt die Wallfahrt zur Kirche St. Leonhard in Ganacker. Dem Patron der Gefangenen und des Viehs werden tausende eiserner Votivfiguren dargebracht, um ihm für geleistete Hilfe zu danken, darunter viele Menschen- und Tierfiguren.
Im Hochmittelalter ist die Zeit der Kreuzzüge und des Rittertums, das als Sinnbild für die ganze Epoche gilt. Die ersten Universitäten entstehen, allerdings nur für Männer. Neben den Geistlichen lernen nun auch Adlige und Beamte verstärkt Lesen und Schreiben. Die Landessprachen lösen das Lateinische immer mehr ab.
Krisen wie Fortschritt prägen das Spätmittelalter. Seuchen und Kriege beuteln das Land. Genauso formt aber die Renaissance, die Wiederentdeckung antiker Kultur, mit ihren künstlerischen und wissenschaftlichen Neuerungen die Gesellschaft. Der Buchdruck macht Bildung zugänglich und bildet zum Beispiel den Katalysator für reformatorische Bewegungen.
Über den Seeweg werden neue Märkte erschlossen. Das Machtverhältnis verschiebt sich von Adel zum Bürgertum mit Händlern, Bankiers und Handwerkern. Die europäische Entdeckung Amerikas setzt den Kurs auf Expansion.