Um das Jahr 800 v. Chr. beginnt die Eisenzeit. Eisen kommt in Mitteleuropa nicht nur im Gebirge vor, sondern auch als Raseneisenerz nahe unter der Oberfläche. Es ist leicht zu beschaffen, muss aber vor der Bearbeitung geschmolzen werden. Bronze bleibt für Schmuck, Gefäße oder Skulpturen vorherrschend, während das Eisen sich seinen Platz für Werkzeuge und Waffen erobert.

Die ältere Eisenzeit wird nach einem Fundort in Österreich Hallstattzeit genannt. Hierarchisch organisierte Gesellschaften kontrollieren Gebiete um zentrale, oft befestigte Höhensiedlungen. Enge Kontakte zum Mittelmeerraum machen sich in vielerlei Hinsicht bemerkbar – sei es bei importierten Gefäßen, neuen Haustieren wie dem Huhn oder übernommenen Sitten. Das im großen Stil abgebaute Salz stellt ein wichtiges Handelsgut mit dem Süden dar.

Im 5. Jahrhundert v. Chr. tauchen zum ersten Mal Schriftquellen für unsere Gegend auf. Der Grieche Herodot erwähnt die Kelten, die am Oberlauf der Donau leben. Archäologen nennen diese Kultur nach einen Fundort in der Schweiz Latènekultur.

Die Kelten bauen Städte, sind gefürchtete Kämpfer, haben ein Rechtssystem und tun sich mit Erfindungen in der Landwirtschaft und dem Kriegswesen hervor. Auch wenn die Römer von heiligen Hainen im Wald sprechen, leben die Kelten in einer weitgehend baumfreien Landschaft. Sie verehren ihre Götter in umfriedeten Heiligtümern, wie dem in der heutigen Mühlstraße in Pilsting.

Vieles davon wissen wir von den Griechen und Römern. Die Kelten verzichteten bewusst auf den Gebrauch von Schrift. So stellen alle Berichte über sie einen Blick von außen dar. Eine Identifikation der Menschen als zusammengehöriges Volk, das sich selbst „Kelten“ nannte, ist bei der weiten Verbreitung von Frankreich bis in die Türkei sehr unwahrscheinlich.