Wieder ist der Verzierungsstil der Gefäße maßgebend. Waren vorher durchgezogene Linien typisch, herrschen jetzt eingestochene Muster vor. Von Böhmen ausgehend, wird eine neue Entwicklung erkennbar. Werkzeuge und Gefäße ändern sich und werden technisch verfeinert. Die maximale Länge der Häuser liegt nun kürzer bei etwa 20 Meter. Neben der Körperbestattung wird nun die Leichenverbrennung zum allgemeinen Ritus.

Im Gegensatz zur Linearbandkeramik kommt es während der Stichbandkeramik sehr bald zu regionalen Gruppierungen, bei uns die sogenannte Oberlauterbacher Gruppe, benannt nach einem wichtigen Fundort bei Landshut. Oft werden wieder auch Plätze besiedelt, wo wenige hundert Jahre vorher die Menschen der Linearbandkeramik gewohnt hatten.

Die Menschen leben weiterhin von Ackerbau und Viehzucht und gehen weiterhin auf Jagd – vor allem auf den Rothirsch, Elch, Wildschwein, Braunbär, Wildpferd, Wildkatze und Biber. In der Isar fing man Perlfische, Huchen, Zander und über 1 Meter lange Forellen. In den ausgedehnten Wäldern wuchsen Eichen, Ulmen, Linden und Eschen (Fichten kamen erst ab 900 m ü.M. vor).

(Kreisarchäologie: Plan mit Spuren stichbandkeramischen Lebens bzw. der Oberlauterbacher)

Weiterführend: Heimatjahrbuch Nr. 10 S. 113 f.