Die Außengrenze des römischen Reiches ist die Donau. Entlang der Grenze, des sogenannten limes, entstehen Wachtürme und Militärkasernen, die Kastelle. Das Hinterland, zu dem auch unsere Gegend gehört, versorgt diese Einrichtungen. Die Bevölkerung lebt hier bei der Ankunft der Römer in ländlichen Siedlungen, die Eliten in sogenannten Viereckschanzen – landwirtschaftlichen Gutshöfen mit Befestigung und repräsentativen Gebäuden. Diese werden abgelöst von villae rusticae, den Gehöften römischer Bürger und reicher Einheimischer.
Widerstand gegen die Römer flammt hier nur selten auf. Die Regionen nördlich der Alpen haben schon lange engen Kontakt mit dem Mittelmeerraum und passen sich leicht an. Die Götter der unterworfenen Völker integrieren die Römer geschickt in ihr eigenes Glaubenssystem. Wehrfähige Männer werden in das Militär eingezogen und innerhalb des römischen Reiches an möglichst weit entfernte Orte versetzt, um Aufständen vorzubeugen. So wird die Bevölkerung der römischen Provinzen stark durchmischt.