Einwohner

Im Jahre 1818 lebten in der damaligen Pluralgemeinde Harburg mit dem Ortsteilen Harburg und Zulling 286 Einwohner in 170 Gebäuden.

Die Einwohnerzahlen blieben zunächst ohne großen Zuwachs, 1952 verzeichnete Harburg 289 Einwohner.

Mittlerweile ist Harburg die Heimat von 507 Bürgern.

Erste urkundliche Erwähnung

Die erste urkundliche Erwähnung Harburgs geht auf das Jahr 1392 zurück.

Von 1436 bis 1580 wurde Harburg eine eigene Hofmark im Besitz verschiedener niedriger Adliger und Bürger.

Von 1580 bis 1848 bestimmten die Grafen von Preysing über die Geschichte Harburgs.

Im Jahre 1818 wurde Harburg in Folge des Gemeindeedikts eine „Pluralgemeinde“, diese umfasste gemäß dem „Topographisch statistischen Handbuch des Königreiches Bayern“ von 1867, die Ortschaften Harburg und Zulling.

Bei der Gebietsreform am 01.01.1946 kam es zu einer Auflösung der Gemeinde, Harburg wurde ein Teil der Gemeinde Waibling und Zulling wurde der Stadt Landau/Isar zugeordnet.

Besonderheiten

Sportheim

Bereits Ende der Fünfziger, wurde in Harburg von Jung und Alt eifrig der runden Lederkugel nachgejagt.

Am 14. Juli 1965 wurde im Gasthaus Bachmeier eine Versammlung einberufen und der FC Harburg-Waibling gegründet.

Zunächst wurde in Weihern eine Wiese vom Landwirt Siegfried Reindl gepachtet und zu einem Fußballplatz umgestaltet und der Spielbetrieb aufgenommen.

Auf einer Wiese zu spielen war auf die Dauer unbefriedigend, somit wurde mit Hilfe der damaligen Gemeinde Waibling die „Bäcker-Wies“ in der Ortsmitte gepachtet, umgestaltet und zum Fußballplatz, mit der Bezeichnung „Mühlbach-Stadion“ hergerichtet.

1968 erfolgte die Einweihung des neuen Platzes auf dem sogar eine 8000 Watt starke Flutlichtanlage erbaut werden konnte, dies war damals eine Rarität.

Im Jahre 1971 erfolgte der Eintrag ins Vereinsregister.

Mit dem Wachstum des Vereins wurde auch die Nachfrage nach einem zweiten Spielfeld größer, hierfür kaufte die Gemeinde Waibling eine Nahe dem Sportplatz gelegene Wiese und überließ diese zweckgebunden dem FCH.

Am 26. Juni 1971 konnte mit den ersten Bauarbeiten begonnen werden.

Als man dann auch eine Teilgenehmigung für den Bau eines Vereinsheimes erhalten hatte, konnte am 26. Oktober 1971 auch damit begonnen werden.

Am 01. Juni 1972 erfolgte die Einweihung des Vereinsheimes und der neuen Sportanlage durch Pfarrer Max Gretsch.

Sägewerk

Früher bezeichnete man das Sägewerk als „Stadler Mühle“.

Von 1919 bis in die 90er Jahre wurde es durch die Familie Fritz Johann betrieben.

Bis 1970 erfolgte der Antrieb durch die Wasserkraft des Mühlbaches.

Heute ist das einstige Sägewerk nicht mehr in Betrieb.

Gasthaus ”Zum Klabautermann“

Im Jahre 1950 wurde ein Wohnhaus mit Werkstatt, BP-Tankstelle und einer Gastwirtschaft errichtet.

Außerdem erfolgte der Aufbau eines Fuhrunternehmens mit Transporten vom Hamburger Hafen nach Niederbayern (Klabautermann).
1951 Eröffnung das mit Kegelbahn und Schießstandes versehene Gasthaus „Zum Klabautermann“.

Später, 1974, eröffnete zudem eine Fachwerkstatt für Peugeot-Automobile welche im Jahr 1984 zu Renault wechselte.

Der Enkel der damaligen Wirtleute, Schmidt Erich, eröffnete 2020 eine neue Gaststätte „das Jägerstüberl“, bei der er als passionierter Jäger und Inhaber der ortsansässigen Jagdschule Schmidt Hobby und Beruf miteinander vereint.

Aktuelle Ortsansicht

Historisch bedeutsame Gebäude

Bahnhof Pilsting
Straubing, den 25. April 1865. Am 03. August 1869 wurde eine Konzession für den Bau einer Eisenbahnlinie von Mühldorf nach Plattling und weiter nach Bayerisch Eisenstein erteilt.

Nach der Isarüberquerung bei Goben stieß die Bahn nach Landau und dann mit einem großen Schwenk nach Wallersdorf.

Pilsting hatte das Nachsehen, der Bahnhof „Pilsting“ kam nicht in der Nähe des Ortes zu stehen, sondern drei Kilometer entfernt auf einem damals noch von Sumpf umgebenen Gelände.

Ein „Trost“ blieb Pilsting: obwohl die Station bei Goben auf dem Gebiet der Nachbargemeinde Waibling lag führte die Station trotzdem den Namen „Pilsting“.

Am 15. Oktober 1875 war die öffentliche Verkehrsübergabe der Bahnlinie Plattling-Landau-Pilsting-Mühldorf.

Fünf Jahre später am 15. Mai 1880 wurde dann die Bahnlinie Plattling-Landshut eröffnet.

Der Bahnhof Pilsting wurde 1871 / 1872 erbaut.

1977 wurde der Bahnhof Pilsting wegen wirtschaftlicher Gründe aufgelöst und abgebrochen.

Volksschule

Im Jahre 1951 wurde in Harburg dann ein eigenes Schulhaus mit zwei Klassenzimmern und Dienstwohnungen für zwei Lehrkräfte eröffnet.

Durch die Gebietsreform 1972 und der Gründung eines Schulverbandes wurde 1977 in Pilsting mit dem Bau der Grund- und Hauptschule „Hans-Carossa“ begonnen, am 14. September 1979 wurde das Gebäude dann feierlich eröffnet und eingeweiht.

Somit wurden das Harburger Schulgebäude aufgegeben und später von der Schlosserei Gillmeier aus Landau erworben.

Diese eröffnete es im Jahre 1980 nach großen Um- und Anbau als modernen Schlossereibetrieb wieder.

Altes Schulgebäude

Heutige Firma Gillmeier

Dorfwirtshaus

Die erste schriftliche Erwähnung des Gasthauses findet sich im Jahre 1843, als der damalige Wirt Martin Eder eröffnete das Wirtshaus eröffnete.

1873 übernimmt Sohn Michael Eder das Gasthaus.

1909 wird Heinrich Reisinger Besitzer und versah es mit einer Kegelbahn und einem Biergarten.

1939 hatte das Ehepaar Rupert und Ottilie Ernst das Wirtshaus übernommen und 1960 an den Sohn Xaver Hopfenspirger und Ehefrau Karolina übergeben, die es bis 2000 weiterführten. Da es aber keinen Nachfolger gab, wurde das Gebäude wurde im Juli 2001 abgebrochen.

Seit Gründung der Feuerwehr 1888 war es das Vereinslokal der Harburger Feuerwehr.

Historische Eckdaten / Persönlichkeiten

Harburg (früher Stadl) hat seine Entstehung dem Gras- und Heureichtum des Schwemmlandes im Isartal zu verdanken.

Auf den weiten Flächen wucherten Gras und Schilf das von der gegenüberliegenden Zullinger Hofmark geerntet und genutzt wurde.

Der Einfachheit halber wurden deshalb Heustadel und Viehställe, mit dazugehörigen Behausungen errichtet.

Infolge des Heureichtums wurde der Ort auch „Heuburg“ genannt, woraus sich wohl der heutige Ortsnamen Harburg ergeben hat.

1818 wurde Harburg zur Pluralgemeinde, der Sitz der Gemeinde war trotz der niedrigeren Einwohnerzahl Harburg und nicht Zulling.

Am 01.01.1946 wurde die Gemeinde Harburg aufgelöst und Zulling abgetrennt.

Harburg wurde ein Teil der Gemeinde Waibling, Zulling kam zur Stadt Landau/Isar.

Harburg behielt allerdings trotzdem einen „eigenen“ Bürgermeister.

Als dann 1972 bei der Gebietsreform die Gemeinde Waibling der Großgemeinde Pilsting angegliedert wurde, wurde somit auch Harburg mit eingegliedert.

Kirchen

Dorfkirche

Heilig-Kreuz-Kirche

Zur früheren Zeit gab es in Landau eine Burg samt Schlosskapelle, deren Entstehung ist heute nicht mehr bekannt, die Burg war bereits 1513 verfallen und wurde nicht weiter genutzt.

Mitte des 18. Jahrhunderts verfiel dann auch das Kirchlein, sodass man beides 1834 gemeinsam abriss.

1855 wurde der Altar in der damals neuen Dorfkirche in Harburg eingebaut.

Das Fundament der alten Kirche war, wie damals üblich, nicht sehr stabil, sodass man immer wieder Renovierungen vornehmen musste.

Altarblatt

Dies war auch der Anlass für die Gründung des Kirchenbauvereins 1952, dieser plante fortan einen Neubau der Kirche.

Dieser kam allerdings aufgrund des fehlendes Kapitals und des Priestermangels lange nicht zustande.

Erst am 27.12.1996 wurde dann die endgültige Renovierung beschlossen.

Der letzte Gottesdienst fand dann am 15.09.1997 in der alten Kapelle statt und am 04. Oktober folgte der totale Abriss.

Der Bau der neuen Kirche ging aufgrund der zahlreichen Helfer erstaunlich schnell und bereits am 18. Juli 1999 weihte der Bischof Vinzenz Guggenberger die Harburger Heilig-Kreuz-Kirche ein.

Legenden

Warum der Teufel einst die Startler bewarf

Harburg hat heute wie früher auch noch den Beinamen „Stadl“. Über die Herkunft der beiden Namen rätseln die Ortsnamenforscher bis heute.

Während die einen sagen, Harburg komme von „harren“, weil die Isar abwärts fahrenden Flößer hier ausharrten, eine Pause vor einer Weiterfahrt einlegten, sagen die anderen, er komme von „Heuburg“. Denn die Bewohner von dem auf der anderen Isarhangseite liegenden Dorf Zulling hatten hier bei Harburg ihre Wiesen. Da es schwierig und umständlich war, das Heu über den Fluss zu bringen, errichteten sie deshalb links der Isar Heustadel und später Viehställe und Hütten. Der Name „Stadl“ oder im Volksmund „Starl“ genannt könnte sich so erklären.

Da die Kirche von Pilsting weiter weg war als die von Zulling, setzten die „Starler“ jeden Sonntag und auch den Werktagen mit Zillen, kleinen flachen Booten, über die Isar zum Gottesdienst in der Zullinger Kirche. Diese Frömmigkeit war aber dem Teufel zuwider. So beschloss er, bei einer neuen Überfahrt die Messbesucher und Dorfbewohner ertränken zu wollen. Als diese wieder über den Fluss setzten, packte er einen großen Gesteinsbrocken und schleuderte ihn in den Fluss. Er verfehlte jedoch die Zillen, so dass die Schiffer zwar nass wurden und furchtbar erschraken, aber dennoch sicher an das Zullinger Ufer zur Messfeier gelangten. Ältere Harburger erzählten, dass dieses Felsgestein noch lange aus dem Wasser der Isar ragte. Heute liegt der Brocken auf dem Grund des Stausees bei Harburg.

Vereine

Der Ortsteil Harburg verfügt insgesamt über zehn Vereine:

  • Bayer. Bauernverband Harburg
  • BJB Harburg
  • CSU-Ortsverband
  • Freiwillige Feuerwehr
  • Fußball-Club
  • Jagdgenossenschaft Harburg
  • Kirchenbauverein Harburg
  • Landfrauenbund
  • Tennis-Club Rot-Weiß Harburg
  • Stammtisch Hindinger