Einwohner
Der Ortsteil Pilsting umfasst aktuell (Stand. 01.01.2022) 3702 Einwohner.
Somit leben mehr als die Hälfte der 7010 GemeindebürgerInnen direkt in Pilsting, vor 20 Jahren, im Jahre 1992, lebten in der Gemeinde mit 5849 Einwohnern wesentlich weniger als heute.
Erste urkundliche Erwähnung
Um 889 n. Chr. wird der Name unseres Ortes als „Pilistingon“ erstmals genannt.
Zunächst dem Grafen von Frontenhausen gehörend, wechselten dann die Besitzer zwischen dem Bischof von Regensburg und dem bayerischen Herzog.
1386, als Markt erstmals genannt, wurde er an den Herzog von Bayern verkauft.
Diese Marktprivilegien mögen Anreiz gewesen sein, sich um den Marktplatz anzusiedeln, bedeutete dies doch mehr Freiheiten für die Bewohner und deren Verwaltung. Bis zu Anfang des 19. Jahrhunderts hatte Pilsting eine Magistratsverfassung.
Besonderheiten
Marktplatz
Der weitläufige Marktplatz gilt in seiner Ausdehnung mit den angrenzenden Stufengiebelhäusern als einer der schönsten Niederbayerns. Das Marktplatz-Ensemble stand unter Denkmalschutz. In den Jahren 2007 bis 2012 wurde der Marktplatz im Rahmen der Städtebauförderung grundlegend saniert und neugestaltet.
Autobahn/Fernverbindungsstraße
Früher führte durch Pilsting die einstige Fernverbindungsstraße Landshut – Plattling (ehemalige B11), die mit der Fertigstellung der Autobahn 1988 ihre überregionale Bedeutung verlor. Aus den alten Plänen und Luftbildern ist bis zum 2. Weltkrieg ersichtlich, dass Pilsting ursprünglich als Straßendorf angelegt war. Heute verfügt Pilsting über zwei Autobahnanschlüsse, sowie eine Auffahrt zur B20.
Historisch bedeutsame Gebäude
Hans-Carossa-Grund- und Mittelschule
Bereits 1558 wird Pilsting als Schulort erstmalig erwähnt. 1865 wurde am Marktplatz ein Schulhaus errichtet. In diesem Gebäude war bis Herbst 2002 noch ein Teil des Rathaus untergebracht.
1896 entstand in der Klostergasse in Pilsting beim heutigen kirlichen Kindergarten die mittlerweile der Abrissbirne zum Opfer gefallene Mädchenschule, die ebenso wie der damalige alte Kindergarten unter der gestrengen Leitung und der fürsorglichen Obhut der “Armen Schulschwestern” gestanden hatte.
Unter Beisein des Dichters und Autors “Hans Carossa” wurde 1950 in der Andreas-Glas-Straße die “Knabenschule” eingeweiht.
Die bisherigen Schulgebäude in Ganacker, Großköllnbach, Parnkofen und Harburg wurden im Laufe der Zeit abgerissen, an Private verkauft und gewerblich genutzt.
1979 wurde die Schule in Pilsting in der Lindenstraße eingeweiht und erhielt, wie die Knabenschule, den Namen des Dichters Hans Carossa.
2016 bis 2019 wurde die Schule generalsaniert und auch technisch auf den neuesten Stand gebracht. So arbeiten die Schülerinnen und Schüler nun u. a. mit Smartboards und Tablets, interaktiv und online.
Auch die Räume der Mittagsbetreuung und der offenen Ganztagsschule strahlen im neuen Glanz.
Das bilinguale Angebot sowie die Kooperation mit der Lebenshilfe runden das Angebot ab, zudem ist die Schule mittlerweile auch barrierefrei.
Historische Eckdaten / Persönlichkeiten
Pilsting gehört zu den ältesten Siedlungen Altbayerns, der Ort “Pilistingon” aus dem 9. Jahrhundert war jedoch topografisch nicht identisch mit dem heutigen Markt, die Menschen lebten damals auf dem Gebiet um die heutige Hans-Carossa-Schule.
Pilsting befand sich damals im Besitz der Regensburger Bischöfe.
Zu den damals mächtigsten Geschlechtern der Region gehörten die Grafen von Frontenhausen, aus deren Reihen auch der Bischof von Regensburg hervorging, deren letzter Vertreter, Bischof Konrad IV zu Regensburg, verstarb im Jahre 1226. Seine Besitzungen und die damit verbundenen Rechte kamen an das Hochstift Regensburg.
Im 13. Jahrhundert kam es zu “außenpolitischen” Zwistigkeiten im Kampf Kaiser Friedrichs II. mit den Päpsten um die Macht in Italien.
Die Bischöfe von Regensburg hielten zum Kaiser, während sich die Bayernherzöge auf die Seite des Papstes stellten.
Bei diesen Machtkämpfen kam auch Pilsting in die Schußlinie, da dieser Ort von herzoglichem Territorium eingeschlossen war.
Der Herzog versuchte offensichtlich, Pilsting vom Kerngebiet der ehemaligen Grafschaft Frontenhausen-Teisbach abzutrennen.
Durch seinen Ministeralien, den Burgvogt in Landau, wurde der Ort Pilsting 1237 in Brand gelegt und ausgeplündert.
Im Friedensvertrag vom 5. Mai 1237 musste sich Herzog Otto verpflichten, Bischof Siegfried von Regensburg für die Zerstörung Pilstings zu entschädigen und die Durchgangsstraße nicht mehr zu blockieren.
Als Objekt bischöflicher und herzoglicher Auseinandersetzung oder als beliebtes Pfandobjekt kam Pilsting erst zur Ruhe, als der Markt samt den dazugehörigen Besitzungen, Rechten und Privilegien im Jahr 1386 vom Hochstift Regensburg an die bayerischen Herzöge verkauft wurde.
Der Dreißigjährige Krieg und vor allem das Jahr 1789 brachte großes Unglück über Pilsting, sodass der Markt fast vollständig abbrannte.
Nach dem Wiederaufbau lässt sich allerdings eine stetige Aufwärtsentwicklung bis in die heutige Zeit verfolgen
Persönlichkeiten:
Die Bürgermeister
Josef Pöringer (1945 bis 1966)
Hans Zimmermann (1966 bis 1971)
Bernhard Maier (1972 bis 1978)
Heinz Aigner (1978 bis 1996)
Josef Maierhofer (1996 bis 2008)
Josef Hopfensperger (2008 bis 2020)
Martin Hiergeist (2020 bis jetzt)
Pfarrer
Sebastian Steinberger (1938 bis 1970)
Max Gretsch (1970 bis 1980)
Anton Beer (1980 bis 2001)
Johann Ammer (2001 bis 2017)
Jürgen Josef Eckl (2017 bis jetzt)
Kirchen
Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt
Von weitem ist die Pilstinger Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, im Volksmund „der Dom im Moos“ genannt, zu sehen. Dieses stattliche Gebäude gilt als die bedeutendste spätgotische Kirche des Altlandkreises Landau, 1491 fertiggestellt. Der Unterbau des Turmes stammt noch von einer romanische Kirche aus der Spätzeit des 13. Jahrhundert. Die Friedhofskapelle ist ebenfalls eine spätgotische Anlage des 15. Jahrhunderts, die Wieskapelle zum Gegeißelten Heiland wurde 1648 gebaut.
Neben dem “Dom im Moos” steht die Friedhofskapelle, im Kern eine gotische Anlage des 15. Jahrhunderts. Sie dient seit 1923 als Kriegergedächtniskapelle, in der auf einer großen Holztafel das Gedenken an die in den beiden Weltkriegen Gefallenen bewahrt wird.
Heimkehrerkapelle „Mutter Gottes im Moos“
Der Pilstinger Hans Himmel errichtete 1954 zum Dank für glückliche Heimkehr aus russischer Gefangenschaft ein Holzkreuz zu Ehren der Muttergottes an historischer Stelle bei der „Ochsenbrücke“. 1957 verwirklichten Kriegsheimkehrer die Idee, zum Dank für glückliche Heimkehr eine Kapelle zu bauen, 1994/95 erfolgte der Neubau an der gleichen Stelle.
Wieskapelle
Die Wieskapelle “Zum Gegeißelten Heiland” entstand in etwas kleinerer Form in dem schicksalsschweren Jahr 1648, als Tod und Grausamkeit die Zeit beherrschten. In ihr suchten die Menschen Zuflucht in Not und Elend, wie viele Votivbilder bezeugen.
Legenden
Der Frosch im Wappen
In seinem Wappen führt der Markt Pilsting einen grünen Frosch. Darüber erzählt der Volksmund: Eine Fürstin, die schon seit Jahren Heilung suchte von ihrem schweren Leiden, fuhr mit der Kutsche isaraufwärts. Als man auf der Römerstraße an der Ochsenbrücke unterhalb Pilsting ankam, scheuten die Pferde vor einem ungewöhnlich großen Frosch, der gerade ganz gemächlich über die Straße dem Bach zu hüpfte. Da sah die Fürstin, die ausgestiegen war und sich müde über das Geländer der Brücke lehnte, wie der seltsame Frosch in großen Sätzen in den Bach hüpfte und unter die Brücke schwamm. Und wie sie so sinnend das Tier verfolgte, erblickte die Frau zu ihrer größten Überraschung unter dem Brückenpfeiler eine von Schlinggewächsen festgehaltene steinerne Statue, die schon lange gesuchte „Muttergottes in dem Moos“. Hier fand die kranke Fürstin endlich die erbetene Heilung. Bürger von Pilsting trugen das schwere Gnadenbild dreimal um die Kirche. Allein es verschwand immer wieder, bis man es an einem Pfingstmontag in feierlicher Prozession in die Pfarrkirche trug, wo es heute noch auf dem linken Seitenaltar steht.
Alte Leute erzählen nach der Legende, dass bei Nacht die Muttergottes mit dem Kind ins Moos geht, wenn dort jemand im Sterben liegt. Die Pilstinger aber haben den Frosch in ihr Wappen aufgenommen. Der grüne Frosch mit den ausgespreizten Beinen ist schon über 500 Jahre alt!
Vereine
Der Ortsteil Pilsting verfügt insgesamt über 41 Vereine:
- Bayerischer Bauernverband
- Bayern-Fan-Club
- Boxer-Klub Gruppe Pilsting e.V.
- CSU-Ortsverband
- Eisstockclub
- Faschingskomitee Pilsting e.V.
- Frauenunion
- Freie Wähler Pilsting e.V.
- Freiwillige Feuerwehr
- Gartenbauverein
- Geflügelzuchtverein
- Gewerbeverein Pilsting
- Hubertusschützen Pilsting e.V.
- Imker-Verein
- Interessengemeinschaft für Heimatgeschichte
- Jagdgenossenschaft Pilsting
- Junge Union
- Kath. Frauenbund
- Kath. Männerverein
- Kirchenverwaltung Pilsting
- Kolpingfamilie
- Krieger- und Soldatenkameradschaft Pilsting
- Kulturkreis Pilsting
- Kunstverein Isargilde
- Landfrauen Pilsting
- Naturfreunde
- Ökonomischer Hilfsverein Pilsting und Umgebung
- Gesamtpfarrgemeinderat der Seelsorgeeinheit Pilsting-Großköllnbach-Parnkofen-Ganacker
- Reservistenkameradschaft
- Seniorenclub Pilsting
- Skifreunde Pilsting
- Sudetendeutsche Landsmannschaft
- SPD-Ortsverband
- Tennisclub 81 Pilsting
- Theaterfreunde Pilsting
- Turn- und Sportverein
- VDK-Ortsverband
- Vogelzuchtverein
- Wanderverein
- Wasserwacht-Ortsgruppe Großköllnbach-Pilsting
- 1860-Fan-Club