Kellerüberflutungen nach starken Regenfällen, Baumumstürze nach Orkanböen, die Verwüstung in Parnkofen durch die Übertretung des Dorfbaches waren die Unwetterschäden der letzten Jahre. Doch die Natur hatten davor immer wieder für heftigere Katastrophen gesorgt – Hagelunwetter. Für 1832, 1844, 1896 und 1905 sind solche überliefert.

Über das Hagelunglück vom Mittwoch, den 29. Juli 1896 berichtete die Isar-Zeitung, erschienen in Dingolfing, unter Pilsting: „Ein schweres Gewitter zog am Abend über unsere Fluren, das auch in den Gemeinden Großköllnbach, Mamming, Waibling und Ganacker stark hauste. Die Hagelkörner fielen in der Größe von Taubeneiern und richteten an den Feldfrüchten ziemlichen Schaden an. Ein orkanartiger Sturm begleitete das Gewitter. Im hiesigen Markte waren wenig Häuser zu finden, an denen nicht mehrere Fensterscheiben oder sonst etwas zertrümmert wurden, desgleichen in den benachbarten Ortschaften. Von den geschädigten Oekonomen ist etwa die Hälfte versichert. Das Gewitterterrain erstreckte sich von Dingolfing nach Altenbuch“. Unter Landau war vermerkt: „Ein gestern Abend niedergegangenes Hagelunwetter verhagelte die Gemeindefluren Waibling, Parnkofen, Wirnsing und Oberndorf, zum großen Teil auch Mögling und Trieching, aber auch Haidenkofen, Groß- und Kleinpinning und Reißing. Geringeren Schaden erlitt Haidlfing und Wallersdorf; Pilsting, Ganacker und Gosselding wurden schwer geschädigt. Die Gerste und Haber ist in den ebengenannten Gebieten beinahe ganz vernichtet; hühnereigroße Schlossen zertrümmerten hunderte von Fenstern. Nur wenige der Beschädigten sind versichert.“ Und an anderer Stelle: „Wild und Vögel werden in Menge todt aufgefunden, traurige Bilder der Zerstörung überall.“
Ein solches Bild bot sich auch am 5. August 1905. Wie am Vortag herrschte auch an diesem Tag niedersengende Hitze und Schwüle, die zu Gewittern neigte. Am Abend zogen im Westen schwere, Unheil drohende Wolken auf, das Gewitter entlud sich mit vehementer Gewalt auch in dem Umland von Landau, Pilsting, Frammering, Ganacker, Zeholfing, Harburg sowie Ober- und Niederpöring. „Unausgesetzt zuckten die Blitze, der Sturm heulte und rüttelte, die Schlossen und Eisklumpen rasselten, die Fenster klirrten – es war, als käme der jüngste Tag… Gleich einem Bombardement schlugen die Schlossen in Hühnerei- und Faustgröße tausende von Fenstern im Hagelbezirk ein. Alle Feldfrüchte, sogar die Grasernte und die noch ausstehenden Erntebestände sind total verhagelt .. Alle Obst und alle Gartenfrüchte sind vernichtet. Massenhaft wurden die Bäume geknickt. Wild findet sich erschlagen in den Wäldern vor. Während des Unwetters sich auf den Straßen befindliche Personen und Tiere wurden vielfach verletzt. Das Unwetter hatte eine solche Gewalt, wie es seit Jahren nicht mehr der Fall gewesen … In Harburg wurde das Armenhaus buchstäblich niedergehagelt.“
Eingedenk einer solch in jedem Jahr womöglichen Naturkatastrophe beten die Gläubigen im Anfang der dreigliedrigen Oration in unseren Kirchen während der Reife- und Erntezeit im Wettersegen: „Gott, der allmächtige Vater, segne euch und schenke euch gedeihliches Wetter; er halte Blitz, Hagel und jedes Unheil von euch fern.“

Weiterführend Heimatjahrbuch Nr. 12 S. 100 ff.