Im 20. Jahrhundert brachten zwei Isarhochwasser große Schäden. Schwere Wolkenbrüche in Oberbayern ließen die Isar Ende Mai und Anfang Juni 1940 über die Ufer treten. Die Wassermassen, durch keinen wirksamen Damm aufgehalten, konnten sich vor allem in der Ebene links der Isar ungehindert ausbreiten. Die Staatsstraße Landau – Ganacker war bis zum 6. Juni unbefahrbar, wegen unterspülter und weggeschwemmter Gleise der Zugverkehr bis 15. Juni unmöglich.
Zwar wurde nach dem 2. Weltkrieg der Isardamm gebaut. Doch Anfang Juli 1954 stieg durch tagelange heftige Regenfälle der Pegelstand der Isar bedrohlich. Am 10 Juli riss am Vormittag der Damm schließlich bei Goben auf einer Länge von etwa 100 Metern. Die Wassermassen ergossen sich mit ungeheurer Wucht und Schnelligkeit in das Tal, ein riesiges Flussbett bis nach Pilsting und zwischen Landau und Ganacker hinein entstand. Doch auch die kleinen Bäche traten übe die Ufer, der Reißinger Bach, der Köllnbach. In weiten Teilen unseres heutigen Gemeindegebietes drang die Flut in Häuser ein, überschwemmte Stallungen, vertrieb Menschen aus ihren Wohnungen. Polizei, Feuerwehren, Freiwillige, sogar amerikanische Truppen mit Schnellboten und Amphibienfahrzeugen sowie Hubschraubern halfen mit, Menschen und Tiere zu retten. Der Sachschaden betrug mehrere Millionen Mark. Glücklicherweise kamen Menschen nicht um. Nach mehreren Tagen floss das Wasser ab, tagelang mussten Häuser, Gehöfte, Straßen vom Schlamm befreit werden. Doch dort, wo das Hochwasser stand, war die Ernte vernichtet. Wieder waren Zusammenhalt und Gemeinschaftsgeist der Menschen gefragt.
Weiterführend „Streiflichter aus Geschichte und Gegenwart“, Festschrift 600 Jahre Markt Pilsting, S. 111 ff.