Wie den älteren Pilstinger noch erinnerlich, gab es an der Stelle des heutigen Rathauses den „Gasthof zur Post“, früher auch eine Brauerei. Bereits der Zusatzname deutet an, dass hier einmal die Post untergebracht war, und zwar spätestens ab 1865 bis 1954. Am 15. September 1876 wurde die Postexpedition an das Telegraphennetz angeschlossen. 1895 hatte Alfons Brunner, Brauereibesitzer und Poststallhalter, eine Karriolpostverbindung zwischen Pilsting Markt und dem Bahnhof Pilsting eingerichtet. Vermutlich im Jahre 1949 erhielt Pilsting erstmals eine Telefonhandvermittlung; die Postagentur befand sich damals in der Klostergasse. Durch diese Maßnahme entfiel der Anschluss an Landau und Pilsting wurde erstmals verkabelt.
Die Poststelle I Harburg wurde am 1. April 1975 aufgehoben, die Poststelle II 8381 Ganacker am 1. Juli 1977. Die Zustellung übernahm das Postamt Pilsting.
Auch dieses gibt es heute nicht mehr. Zur Zeit wird die Post über die Poststelle im Einkaufsmarkt Neukauf abgewickelt.
Nicht unerwähnt soll an dieser Stelle die spannende Geschichte um die seltenste bayerische Briefmarke sein – das „Aichacher Provisiorium“, deren „Vater“ ein gebürtiger Pilstinger ist – Johann Pollinger.
(Foto Postillon vor Bahnhof Pilsting)
Weiterführend „Pilsting – Streiflichter aus Geschichte und Gegenwart“ Festschrift 600 Jahre Markt Pilsting, Heimatjahrbuch Nr. 12 S. 97 ff.