Erst in der römischen Zeit gegen Ende des 1. Jahrhunderts n.Chr. gab es bei uns künstlich angelegte Straßen! Zuvor waren es durch die Wälder führende Pfade, die sich später durch Fuhrwerke verbreitet haben mögen. Schon vor der Römerzeit trafen sich in unserer Gemeinde zwei wichtige Achsen, die West-Ost Verbindung in Fließrichtung der Isar, wohl zurück gehend auf die Landbesitznahme, und die Süd-Nord Verbindung Alpen Richtung Chamer Becken nach Böhmen für den wichtigen Salzhandel. Wobei durchaus daran gedacht werden kann, dass die ersten Pfade der Jäger den Wildwechseln der Großtiere wie der des Mammuts in der Eiszeit folgten. Dabei mögen die West-Ost-Verbindungen nicht unbedingt neben der Isar erfolgt sein, die immer wieder ihr Bett veränderte, sondern auf den Kammhöhen des begleitenden tertiären Hügellandes, links und rechts geformt von den Tälern des ehemaligen Meerabflusses der Vorzeit Richtung Osten. Jedenfalls fällt auf, dass sich Hügelgräber bei Waldeck und bei Parnkofen neben den Höhenwegen befinden, die wohl in der Nähe von damaligen Siedlungen waren.

Die römische Fernstraße, die durch unsere Gemeinde zog, heute als Isartalstraße bezeichnet, ging von Augsburg über Landshut nach Moos-Burgstall, wo sie auf die Donausüdstraße stieß, die Regensburg mit Passau verband. Das römische Straßennetz diente dem schnellen Verschieben von Truppeneinheiten von einer Provinz zur anderen, der raschen Übermittlung von kaiserlichen Befehlen und dem blühenden Handel. Straßenstationen, wie eine bei Peigen oder bei den Haas-Weihern angenommen werden, dienten der Sicherheit auf den Straßen und dem Unterhalt der Straße. Die Qualität des Straßenbaus zeigt sich daran, dass unsere Römerstraße bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts die Hauptverkehrsstraße der West-Ost-Richtung war, obwohl das Römische Reich schon lange nicht mehr bestand. Erst dann wurde die Chaussee von Landshut nach Deggendorf gebaut, die dann die Reichsstraße 11, nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland die Bundesstraße 11 wurde und schließlich nach Fertigstellung der A 92 München – Deggendorf am 15,. Dezember 1988 später zur Staatsstraße 1074? herabgestuft wurde.

1990 wurde die Bundesstraße 20 neu, die als Hauptstraße viele Jahrhunderte durch Ganacker zog (siehe auch die Fuhrmannslegende), fertiggestellt und damit entstand mitten im einstigen Moos der wichtige Kreuzungsbereich der West-Ost-Verbindung mit der Nord-Süd-Verbindung. Mit der Öffnung der Grenzen nach Tschechien und Ostdeutschland traf auf der Straße nicht mehr zu, was früher beim Rückgang des Eisenbahnverkehrs auf der Strecke Mühldorf – Bayerisch Eisenstein beklagt wurde: dass sich der Güterverkehr zwar in Richtung der Flüsse, aber nicht quer dagegen bewege.

Weiterführend Heimatjahrbuch Nr. 6 S. 88 ff.